Funktion des Senats

Der Senat: Mal historisch - mal aktuell

Der Senat ?
(Eine kurze Abhandlung aus der Festschrift 2015)

Hätte man den allzeit fröhlichen Professor Bömmel aus der „Feuerzangenbowle“ danach gefragt, könnte seine Antwort so gelautet haben:
„Wo simmer denn dran? Ach so, heut‘ krieje mer de Senat. Also, wat es ene Senat? Da stelle mer uns janz dumm un dann sare mer so – ene Senat, dat jab et schon bei de alte Römer …“

Tatsächlich war der römische Senat [von: senex=alt  / senatus (lat.)] über lange Zeit eine der wichtigsten Institutionen des Staates. Die Mitglieder (Senatoren) waren stets bedeutende und allgemein anerkannte Persönlichkeiten. Dabei handelte es sich zunächst um eben „ältere“ und erfahrene Männer, ehemalige Amtsträger (Konsuln, Prätoren, Ädile, Volkstribune, Quästoren) oder auch Oberhäupter angesehener Familien. Das notwendige Alter, um in den Senat aufgenommen zu werden, betrug ursprünglich 46 Jahre; um aber diesen für damalige Verhältnisse als „Gerontokratie“ (Herrschaft der Alten) anmutenden Zustand abzumildern, wurde unter Sulla diese Altersgrenze auf 30 Jahre gesenkt. Äußerliche Zeichen der Bedeutung waren ein breiter Purpurstreifen (latus clavus) und ein goldener Siegelring (symbolum). Auch in anderen antiken Stadtstaaten (z.B. Athen, Sparta, Karthago etc.) gab es vergleichbare Gremien.

Anfangs hatte der Senat um die 100 Mitglieder – viel später, etwa unter Gaius Julius Caesar betrug die Zahl zeitweilig bis zu 1000 Männer. Auch konnten ausnahmsweise einzelne Personen, die noch kein öffentliches Amt bekleidet hatten, wenn sie dem zuständigen Magistrat dessen würdig erschienen (optimus quisque) aufgenommen werden. Im Gegensatz dazu konnten aber auch ehemalige Amtsträger, denen der Sitz im Senat automatisch zugestanden hätte, übergangen werden, wenn sie als „unwürdig“ angesehen wurden. Dafür zuständig – die Zensoren.

Aufgabe des Senats war es, die Richtlinien der Politik zu bestimmen, die Gesetz- gebung zu beeinflussen und die Staatsfinanzen zu verwalten. Daher machten diese Aufgaben den Senat sozusagen zum  „Herren“ des Staatswesens, was sich in der bekannten Formel „SPQR“ (senatus populusque romanus = Senat und Volk von Rom) manifestierte. Damit kam den Senatoren und dem Gremium ein großes Prestige zu. Erst unter Caesar wurde der Senat faktisch entmachtet, als dieser sich im Rahmen eines Bürgerkrieges gegen die Mehrheit des Senats durchsetzt und  sich zum Diktator auf Lebenszeit ernennen lässt. (Quelle: z.T. sehr frei nach „wikipedia“)

Was aber davon ist dem „Senat“ in unserer Gesellschaft von all dem noch zuzurechnen? Nicht viel, eine weiße Litewka und eine verzierte Kappe zeigen die Zugehörigkeit zum Senat, und  der Altersdurchschnitt (oha, momentan 53 Jahre), der eher an die Zeit vor Sulla erinnert. Die Aufgabe des Senats ist eine die Gesellschaft tragende Mitwirkung, die Pflege von Freundschaft und Geselligkeit, Unterstützung der Interessen und Förderung deren  Ansehens. Das aus Senatoren und  Ehrensenatoren (Rom: patres conscripti) bestehende Gremium wird ehrenamtlich betreut und geleitet vom aktuellen Senatsvorstand:

Senatspräsident Karl Kummer (Rom: „princeps senatus“)
Senatsvizepräsident Oliver Otten
Senatsschatzmeister Klaus Keller
Senatsschrift-  und Geschäftsführer Hans-Dieter Heller

Der Senat trifft sich einige Male im Jahr zu eigenen Versammlungen offizielle Themen betreffend und zur Pflege der Geselligkeit.
Nehmen wir als Motto mal an: SPQKGI (senatus populusque KGI)




Am Holweider „Veedelszoch“ nimmt der Senat mit einem eigenen Festwagen teil.

Wenn Sie  diesen Artikel - trotz der längeren historischen  Abhandlung -  bis hierhin erfreulicherweise verfolgt haben, so dürfte auch klar sein, dass der „Senat“ in unserer Karnevalsgesellschaft besonders auf die Unterschiede zum historischen Vorbild Wert legt:

Da wäre auch für Sie (!) die Möglichkeit, nachdem Sie ein Mitglied der KGI geworden sind, als „optimus quisque“ oder  als „Oberhaupt“  einer angesehenen Familie, wenn der zuständige Magistrat (omnium consensu = mit dem Einverständnis aller) es für richtig befindet, dem Senat hospitierend und später ganz beizutreten. Sie könnten den Altersdurchschnitt in die eine oder andere Richtung beeinflussen - egal in welche! - und zur Pflege der Geselligkeit und der weiteren Obliegenheiten beitragen. Wir würden uns sehr über Ihr Interesse freuen! Unser Standquartier ist das Restaurant „Zagreb“ in Holweide.

Bedenken Sie dabei: Beliebtheit  sollte kein Kriterium für die Aufnahme in den Senat sein: Wenn es auf die Popularität ankäme, wären auch Micky Maus und die Muppets  bereits Mitglieder (frei nach O. Welles).                                        - hdh

Alle Details, Informationen, Beiträge zu weiteren Aktivitäten in Wort und Bild finden Sie auf unserer Homepage:
www.kg-die-isenburger.de

(Quelle: www.starflash.de)